gegründet: 1950

Heimat- und Volkstrachtenverein "Berglerbuam" Sandweg e. V.

Chronik

(erstellt im Jahre 2001 zum 50jährigen Gründungsfest) 

Gründung

 Von der Gründungsversammlung mit Gründung des

 Volks- und Gebirgstrachtenvereins

„Dö zünftigen Berglerbuam“ Sandweg,

 am 3. Dezember 1950 im Gasthaus Weinzierl, Sandweg:

 Durch den Ankurbler Franz Schober, Gailberg, wurde heute, Sonntag, 3. Dezember 1950, eine Versammlung zur Gründung des Trachtenvereins nach Sandweg eingeladen, zu der Trachtenkamerad Sepp Steininger vom Trachtenverein Deggendorf - Stamm, sich bereit erklärte, einen ausführlichen Aufklärungsbericht über das Entstehen und die Weiterführung eines Vereins zu geben. Er brachte umfangreiche Aufschlüsse über Vereins- und Verbandssatzungen. Man besprach auch noch die baldige Aufnahme zum Gau und Landesverband, sowie über Rechte und Pflichten gegenüber Gau und Verband.

 Diesem lehrreichen Vortrag folgten viele Interessenten, die sich sofort zur Gründung und Aufnahme in den Verein bereit erklärten. So schritt man zur Wahl der Vorstandschaft, die bei lebhafter Beteiligung folgendes Ergebnis brachte:

1. Vorstand:                         Sepp Steininger                   Deggendorf
2. Vorstand:                         Heini Schmeller                   Mietraching
1. Kassier                             Franz Weinzierl sen.           Sandweg
1. Schriftführer                 Josefa Weinzierl jun.         Sandweg
1. Vorplattler                       Franz Schober                      Gailberg
2. Vorplattler                      Franz Weinzierl jun.           Sandweg
Vortänzerin                        Berta Schober                       Gailberg
 

 Die Wahl als Kassenrevisor nahm Gemeindekassier Nikolaus Kufner von Deggenau an. Damit war der Grundstein, in Sandweg einen Trachtenverein zu haben, gelegt, dem sich Franz Schober mit soviel Mühe und langwieriger Arbeit schon wochenlang hingegeben hat. Es wurden noch viele Punkte und Wünsche besprochen und man beschloß gemeinschaftlich, die Vereinsabende jeden Samstag abzuhalten.

 Es waren noch weitere Personen bei der Gründung beteiligt:

Schober Edi                         Krösbach                                              Schmid Hans                      Gailberg
Gruber Willi                         Grimming                                             Weinzierl Max                  Sandweg
Kramheller Erna                   Mietzing                                              Kramheller Irma                 Mietzing 
Weinzierl Josefa sen.        Sandweg                                              Kramheller Otto sen.          Mietzing
Kufner Nikolaus                  Deggenau                                             Schober Adolf                   Gailberg
Geiger Ludwig                      Elmering                                              Gröller Lothar                    Gailberg ?
Ortmeier Otto                      Deggenau ?                                         Weinberger Michl             Geiersberg?

 Die 1. Generalversammlung nach der Gründung wurde bereits am 4. März 1951

in Sandweg abgehalten und auch gleich eine neue Vorstandschaft gewählt:

1. Vorstand:            Max Gröller
2. Vorstand:           Sepp Steininger
1. Kassier:              Geiger Max, Reinprechting
Schriftführer:      Weinzierl Josefa jun.
Vorplattler:            Schober Franz

 Zuschuß vom Gau für den Kauf von Trachten?

 Am 18. März 1951 besuchten die Vorstände Gröller, Steininger und Weinzierl Franz jun. die Gauversammlung des Gaues Niederbayern in Dingolfing, wo man die Aufnahme beantragte, und ersuchten gleichzeitig den Gauvorstand Lohuber Bartl um einen Zuschuß bzw. einen Kredit (Gröller wollte hierfür mit seinem Anwesen bürgen) von DM 300,-- aus der Gaukasse, um notwendige Trachten anzuschaffen, da man selbst in der Vereinskasse noch nicht so viel Geld hatte, und man im selben Jahr 3 Trachtenfeste (in Plattling, Pfarrkirchen und Mietraching) besuchen wollte.

Nach kurzer Beratung der Gauvorstandschaft, gab Lohuber zu verstehen, daß sie vom Gau kein Geld zu erwarten hätten, sie müßten sich schon selbst helfen. Daraufhin antwortete Gröller kurz: „Ich werde euch beweisen, daß ich auch ohne die Hilfe vom Gau den Verein aufbauen werde!“ Auch Sepp Moser, Vorstand des Trachtenvereins „Deggendorf Stamm“ tadelte das Verhalten des Gaues und sagte ihm jede Hilfe und Unterstützung zu.

So ließ Gröller auf seine Rechnung von Trachten Pöllmann für DM 340,-- Trachten schicken, die ihm innerhalb eines Jahres restlos abbezahlt wurden.

 Die Kosten für eine Dirndltracht betrugen damals:

Tuch und Schürze                              12,60 DM
Hut und Flaum                                     19,-- DM
Rock und Sticken                               18,40 DM
Mieder und Zubehör                            9,90 DM
                                         ________________
                                                               59,90 DM     

 Ein Vereinslied muß her!

 Im Mai 1951 ging man auf Initiative von Max Gröller daran, ein Vereinslied zu komponieren. Hartl Albert aus Mietraching dichtete den Text und Max, Lothar und Mathild Gröller, sowie Steininger Sepp mit Frau stimmten die Melodie ab.

 Kein Geld für Freibier, denn eine Fahne muß gekauft werden!

 1953 wurde an Vorstand Gröller kritisiert, daß 900,-- Mark in der Kasse seien und bei Vereinsabenden kein Freibier daraus bezahlt werde. Gröller betonte, daß das Geld für eine Fahne gebraucht wird und nicht für so etwas ausgegeben werden darf.

Im Oktober 1953 bei der Generalversammlung wurde die Kritik noch heftiger, Vorstand Gröller wurde sogar vorgeworfen, Geld aus der Kasse für seine Zwecke zu verwenden, worauf Gröller und ebenso Kassier Trenner Alfons erzürnt zurücktraten. Gröller forderte die Versammlung auf, innerhalb acht Tagen eine neue Vorstandschaft zu wählen, was auch geschah.

 Neue Vorstandschaft:

1. Vorstand:         Schwager Franz
2. Vorstand:         Ortmeier Otto
Kassier:                Geiger Sepp (Deggenauer Wirt)

 Neue Vorstandschaft bewährt sich nicht!

 Oktober 1954: In dieser Generalversammlung wurde diese Vorstandschaft wieder abgewählt, da Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung bemängelt wurden, das Geld das Gröller und Trenner 1953 übergaben hat, sich trotz guter Einnahmen übers Jahr nicht vermehrt. So wurde Gröller wieder mit großer Mehrheit zum 1. Vorstand gewählt. Kassier wurde Aigner Sepp, Elmering.

 Durch Theateraufführungen , Tanzveranstaltungen usw. erwirtschaftete die rege Vorstandschaft um Max Gröller innerhalb knapp 6 Jahren soviel Geld, daß im Oktober 1956 eine neue Vereinsfahne zum Preis von DM 1700,-- angeschafft werden konnte.

 Fahnenweihe 1957

 Alsdann ging man daran die Fahnenweihe zu organisieren. Als Termin wurde der 13. -14. Juli 1957 festgesetzt. 9 Trachtenvereine und 5 Ortsvereine sagten ihre Beteiligung zu, und so wurde die neue Fahne bei strahlendem Sonnenschein in Sandweg durch H. H.                          feierlich geweiht.

 Gebirgstracht nicht bodenständig in Niederbayern!

 In der Generalversammlung im August 1962 meldete sich der Vorstand des Trachtenvereins Deggendorf - Stamm und zugleich 2. Gauvorstand Heini Fischer zu Wort. Dieser warb eindringlich für die in Gang gekommene Trachtenerneuerung innerhalb des Gaues. Er versuchte den anwesenden Mitgliedern zu erläutern, daß die Gebirgstracht und der Plattler in unserer niederbayerischen Heimat nichts zu suchen habe. Man sollte sich vielmehr auf eine neue, in dieser Gegend getragene Tracht einigen und anschaffen. Noch dazu gäbe es für die Erneuerung der Trachten vom Gau Zuschüsse. Man einigte sich anschließend, auf dieses einzugehen, und begann im Laufe der nächsten Jahre auf die erneuerte Volkstracht umzustellen. Im Jahre 1964 war die Umstellung abgeschlossen.

 Auch der bisherige Vereinsname wurde somit erneuert und es entstand der

 Heimat - und Volkstrachtenverein „Berglerbuam“ Sandweg

 Ein neuer Vorstand tritt an!

 Ebenfalls in dieser Versammlung, ließ sich Vorstand Gröller, der gesundheitlich angeschlagen war, und er den frühen Tod seines Sohnes Lothar im Mai 1960, welcher ebenfalls beim Trachtenverein war und das Amt des 1. Vorplattlers innehatte, niemals ganz verwunden hatte, nicht mehr dazu überreden, als 1. Vorstand weiterzumachen. Xaver Brunner, der bisher 1. Kassier war, stellte sich schließlich für dieses Amt zur Verfügung.

 Max Gröller wurde anschließend mit großer Mehrheit zum Ehrenvorstand ernannt.

 Schwere Zeiten für den neuen Vorstand!

 Für Xaver Brunner war es schwer, an die bewährte und fruchtbare Arbeit eines Max Gröller anzuknüpfen. Die Vereinsabende wurden immer spärlicher besucht, worauf man sogar daran dachte, die Abende nach Simmling zu verlegen, da der Weg einiger Mitglieder damit nicht so weit wären. Dies wurde allerdings abgelehnt, man einigte sich aber darauf, die Vereinsabende öfters in die umliegenden Gaststätten ( Haberl, Haus Kräh, Glashauser ) zu verlegen, und erhoffte sich dadurch einen zahlreicheren Besuch. Dies war aber von wenig Erfolg geprägt.

 Der neue Vorstand konnte zwar innerhalb seiner Amtszeit die Trachtenerneuerung vollziehen, stellte sich aber 2 Jahre später für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung.

 Da sich allerdings keines der anwesenden Mitglieder dazu bereit erklärte, die Vorstandschaft zu übernehmen, sprang abermals Ehrenvorstand Max Gröller in die Bresche und übernahm wiederum das Amt des 1. Vorstandes bis er sich dann endgültig in der Generalversammlung 1968 nicht mehr zur Verfügung stellte.

 Als neuer Vorstand wurde

 Sepp Geiger, Elektriker aus Mietzing,

 bisheriger 1. Kassier, gewählt, und sollte dieses Amt 32 Jahre (!) ausüben. Schober Konrad steht im als Stellvertreter zur Seite.

 Max Gröller ist und bleibt Ehrenvorstand.

 Eine Jugendgruppe muß her!

 Mit Karl - Johann Süß, der seit 1966 das neue Amt eines Jugendleiters innehatte, versuchte man, in den folgenden Jahren eine Jugendgruppe aufzubauen. Zahlreiche Jugendliche aus der Umgebung zeigten Interesse am Trachtenverein, und so lebte der Verein und das Vereinsleben wieder auf. Bis heute blieben der größte Teil dieser Buam und Deandl den Berglerbuam treu und aus dieser Jugendgruppe bildete sich die heutige Vorstandschaft heraus.

 2. Vorstand stirbt bei Verkehrsunfall.

 Am 15. März 1974 stirbt der 2. Vorstand Hans Hüttinger bei einem tragischen Verkehrsunfall bei Krösbach. Er hinterließ Frau und 4 Kinder.

 Gedenkgottesdienst und Waldfest entstand

 Um seiner und allen Verstorbenen zu gedenken, wurde unweit der Stelle des Unglücks, auf dem Grund von Mader Otto ein Gedenkkreuz errichtet und am 6. Juli 1975 eingeweiht. Die Messe hielt Kaplan Josef Aichinger und die Haidhofsänger unter der Leitung von Hartl Sepp umrahmten diese. Anschließend traf man sich um den Fischweiher von Mitglied Mader zu einem Waldfest. Der gute Besuch des Gottesdienstes und des Festes nahm man zum Anlaß, diese Veranstaltung jährlich in Krösbach abzuhalten.

 25 Jahre Heimat- und Volkstrachtenverein „Berglerbuam“ Sandweg

 1976 organisierte die Vorstandschaft das 25 - jähriges Gründungsfest in Sandweg. Als Termin wurde der 16. / 17. Juli festgelegt. 18 geladene Vereine feiern mit. Kurz vorher, am 26. April verstirbt Ehrenvorstand Gröller Max. Dennoch hält man an der Jubiläumsfeier fest. Allerdings hatte man diesesmal mit dem Wetter wenig Glück.

 Der Trachtenverein verliert seine Heimat!

 Nachdem einige Jahre der Normalität, in denen man alle 14 Tage Vereinsabend mit mehr oder weniger Paaren abhielt, alle Jahre mit wachsender Beteiligung, und mit ebenso wachsenden Auflagen der Stadt Deggendorf, den Gedenkgottesdienst mit Waldfest am Marterl in Krösbach veranstaltete, ereilte Ende 1988 die Vorstandschaft die Hiobsbotschaft, daß das Gründungs- und Vereinslokal Weinzierl in Sandweg zum März 1989 schließt.

 Ein neues Vereinslokal muß her!

 Die Wahl fiel auf das „Haus Kräh“ in Simmling, das zur der Zeit großzügig umgebaut wurde, die jungen Wirtsleute engagiert und aufgeschlossen gegenüber unserem Verein waren. Also einigte man sich schließlich, zum Jahresbeginn 1989 dorthin umzuziehen. Allerdings wurde die Gaststätte ein Jahr später verkauft und man musste sich mit mehreren Pächtern auseinandersetzen.

 Eine Kinder- und Jugendgruppe wird gegründet!

 Nachdem der Besuch der Vereinsabende immer weniger wurde, Nachwuchssorgen plagen den Verein, beschlossen der Jugendleiter Baumann Willi und das 1. Vortänzerpaar, Baumann Christa und Brunner Franz, mit der Unterstützung der gesamten Vorstandschaft, eine Kindergruppe aufzubauen. Man wollte die Kinder ab dem Schulalter von 6 Jahren aufwärts ansprechen und für die Trachtensache gewinnen.

 Am 15. Mai 1992 hielt man den ersten Tanzabend mit der Kindergruppe. Mit großem Eifer waren die Jüngsten bei der Sache, erlernten Volkstänze, bastelten, und hatten viel Spaß beim Theaterspiel, das einstudiert wurde, um die Weihnachtsfeier des Vereins etwas „aufzupeppen“, und wurde von da an zum festen Bestandteil dieser jährlichen Veranstaltung.

 Zum ersten Mal wird unter Mitwirkung der Trachtler am 14.5.1994 eine Maiandacht in der Kapelle beim Krähwirt gehalten.

 Das letzte Waldfest in Krösbach!

 Im Jahr 1996 wurde zum vorerst letztenmal der Gedenkgottesdienst mit Waldfest in Krösbach abgehalten. Nachdem die Auflagen der Stadt Deggendorf für das Abhalten des Gedenkgottesdienstes und des dazugehörigen Waldfestes in Krösbach immer mehr wurden, ebenso das Wetter wieder einmal nicht mitspielte, beschloß man, das Angebot vom Krähwirt Fritz Stiegler anzunehmen, und diese Veranstaltung bei der Kapelle bzw. im Wirtsgarten beim Krähwirt als „Stadlfest“ abzuhalten.

 Das Jahr 2000: Neues Vereinslokal und neue Vorstandschaft

 Da mit dem Wirt im Krähwirt immer mehr Differenzen entstanden, entschloßss sich die Vorstandschaft nach längeren Überlegungen, das Vereinslokal zu wechseln. Das Gasthaus Zwickl in Seebach war das einzige Lokal, das über die nötigen Räumlichkeiten verfügt, die benötigt werden um Vereinsabende und Veranstaltungen abzuhalten. Ein weiterer Aspekt, der hier eine große Rolle spielte, war, daß die jungen Wirtsleute Eigentümer des Lokals sind, man sich also nicht wieder mit Pächtern auseinandersetzen musste, und sie obendrein sehr aufgeschlossen gegenüber Vereinen sind.

 Am 8.4.2000 wird zur Generalversammlung ins neue Vereinslokal Zwickl, Seebach, eingeladen. In dieser Versammlung wird den übrigen Mitgliedern neben dem neuen Vereinslokal auch gleich eine neue Vorstandschaft präsentiert:

 Sepp Geiger wollte nach 32 Jahren, und ebenso Xaver Brunner, sein Stellvertreter seit 1974, einen grundlegenden Neuanfang. Mit dem Lokalwechsel sollte sich ein Jüngerer bereit erklären, die Vorstandschaft zu übernehmen. Nach mehreren erfolglosen Sitzungen nahm schließlich Sepp Gruber, Gailberg, das Amt des Vorstandes und Willi Baumann, Hintertausch, als sein Stellvertreter, an.

Als Dank für seine langjährige Arbeit als Vorstand wurde Sepp Geiger einstimmig und unter großem Beifall der anwesenden Mitglieder zum Ehrenvorstand ernannt.

 Beide, Sepp Geiger und Xaver Brunner, wurden im Rahmen einer Einstandsfeier am 7. Oktober 2000 nochmals vom neuen Vorstand Gruber für ihre langjährigen Verdienste geehrt und in den „Ruhestand“ verabschiedet, allerdings nicht, ohne ihnen das Versprechen abzunehmen, der jungen Vorstandschaft beratend zur Seite zu stehen.

 Vorstände:

Steininger Sepp                   Gründungsvorstand
Gröller Max                          1951 - 53
Schwager Franz                   1953 - 54
Gröller Max                          1954 - 62
Brunner Xaver                      1962 - 64
Gröller Max                          1964 - 68
Geiger Sepp                          1968 - 2000
Gruber Sepp                         2000 - 2012
Brunner Franz                       seit 2012
 

 Ehrenmitglieder:

Stöcker Josefa                   (Gründungsmitglied)
Gruber Willi sen.                (Gründungsmitglied)
Weinzierl Max sen.            (Gründungsmitglied)
Mader Otto
Bielmeier Michael sen.
Laschinger Anneliese
Schiller Max
Laschinger Franz sen. 
Brunner Martha
Hüttinger Alfred
Hüttinger Angela

 

Mitglieder: 191 (Stand: 13. März 2015)